Viele Legenden gibt es zum Thema Tee. Diese Legende ist japanischer Herkunft.
Bodhidarma, buddhistischer Mönch und dritter Sohn des indischen Königs Kaisawo, soll
ca. 519 n.Chr. mehrere Jahre vor einer Felswand in den Nächten meditiert haben. Als ihn eines Nachts schließlich die Müdigkeit überkam, war der so zornig über seine
Schwäche geworden, dass er sich beide Augenlider abriss und fortwarf. Dort schlugen die Lider bis zum nächsten Morgen Wurzeln, und es wuchsen zwei immergrüne Teesträucher. Bodhidarma probierte davon, und fühlte sich wachsam und gestärkt, so dass er dem Schlaf besser widerstehen konnte. Das Schriftzeichen “Cha” gilt in Japan
nach wie vor für Tee und das Augenlid.
Man sagt, das die japanische Teezeremonie aus alten Ritualen bestand, die ursprünglich von Zen-Mönchen ausgeführt wurden. Eine eigentlich alltägliche Handlung
wurde zur Zeremonie und wandelte sich zum Teeweg (Chado). Ein Weg der Selbsterfahrung und Schulung des Bewußtsein. Das Wort “Do” bedeutet ‘Weg”, ein spititueller Weg den man weiter gehen muß. Es ist wie eine Kunst, die man Schritt für
Schritt auf seinem Weg erlernt.
Die Mönche meditierten vor einer Ikone und tranken dabei gemeinsam aus einer Schale Tee. Dieses wurde als Weg zur Selbsterkenntnis (“Teeweg”) ausgeführt.
Der berühmte Teemeister Sen no Rikyu nannte vier Mentale Voraussetzungen für eine
Teezeremonie :
Wa – Harmonie
Kei – Ehrfurcht
Sei – Reinheit
jaku – Stille
In Harmonie und Einheit mit der Natur leben. Meschen Wertschätzung und Achtung
entgegen bringen. Äußere Reinheit sowie auch die Reinheit der Gedanken. Alle drei zusammen bereiten den Weg zu Jaku – der inneren Gelassenheit.
Yoga, Meditation und der Weg des Tees, für sich allein sind alle schon etwas besonderes und bedürfen voller Aufmerksamkeit und dennoch sind sie sehr stark
miteinander verbunden. Begleitet von einem Übungsweg, diesen immer wieder zu verfeinern, mit dem Ziel den Geist von allem, was ihn beschwert, freizumachen. Zu einem Leben in Harmonie, verbunden Achtsamkeit in unseren Handlungen sowie Achtung vor allen Lebewesen.
Dr. Sen Soshitsu, das 15. Familienoberhaupt der Urasenke-Teeschule beschreibt es wie folgt:
“In meinen Händen halte ich eine Schale Tee. Seine grüne Farbe ist wie ein Spiegel der Natur, die mich umgibt. Ich schließe die Augen. Tief in mir finde ich die grünen Berge
und das klare Wasser ihrer Quellen. Ich sitze allein oder im kleinen Kreise lieber Menschen, werde still und fühle, wie all dies ein Teil von mir wird.”
Lassen Sie sich Einladen auf eine Reise in die Welt des Tees. Trinken Sie eine Tasse Tee und vergessen den Lärm der Welt.
Namasté
Silvia